Da gibt es diese unscheinbaren Spiele, die sich schon seit etlichen Jahren auf dem Markt halten, weltweit eine riesige Fanbase haben und obwohl von deutschem Verlag hierzulande fast unbekannt sind.

Lost Cities aus der 2-Personen Reihe von Kosmos ist ein solches Juwel! Als Absacker oder auch Urlaub-Begleiter für schöne Abende zu zweit.

Die Regeln bei diesem Karten-Sammelspiel sind einfach, was aber nicht heißen soll, dass das Spiel nicht seine Tücken hätte, sonst käme es wohl nicht so oft zum Zug.

Lost Cities - Spannendes Karten-Duell von Kosmos

Lost Cities ist ein Kartenspiel, bestehend aus 60 großformatigen Karten in aufregender Expeditions-Optik. In den 6 Farben rot, grün, blau, weiß,gelb und lila gibt es jeweils 12 Expeditions-Karten mit den Werten 2- 10 sowie 3 Wettkarten.

Alle Karten werden gemischt und jeder Spieler erhält zu Beginn 8 davon auf die Hand, der Rest wird als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt. In die Tischmitte kommt noch das Spiel-Tableau, am besten genau zwischen die beiden Kontrahenten. Dieses zeigt fünf Flächen in den o.g. Farben und dient im Spiel als Ablagefläche aber auch als farbliche Hilfestellung für die Kartenauslage. 

Wer am Zug ist muss immer den gleichen Ablauf einhalten:

  1. EINE Karte nachziehen: Es muss zunächst stets eine Karte gezogen werden. Diese kann entweder vom verdeckten Nachziehstapel genommen werden oder auch von der offenen Auslage auf dem Spielplan (hierzu unter 2. mehr).
  2. EINE Karte ausspielen: Danach muss man exakt eine Karte ausspielen. Entweder in die eigene Auslage oder auf den farblich passenden Ablagestapel auf dem Spielplan. Auf den Ablagestapel kann man jede Karte spielen, aber für die eigene Auslage gibt es ein paar wenige Regeln zu beachten: es dürfen nämlich nur Karten gespielt werden, die im Wert höher sind als bereits in der eigenen Auslage befindliche Karten. D.h. habe ich z.B. bereits eine grüne 6 liegen, darf ich keine 2 - 5 in dieser Farbe mehr ausspielen. Auch die Wettkarten dürfen lediglich ganz zu Anfang in die farblich passenden Reihen ausgespielt werden. Sobald hier eine Zahlenkarte liegt, kann keine Wettkarte dieser Farbe mehr ausgespielt werden.

Danach kommt der Spieler gegenüber zum Zug usw. Sobald keine Karte mehr im Nachziehstapel ist, ist das Spiel sofort zu Ende und es werden Punkte gezählt.

Jetzt wird es hart, denn jede begonnene Farbe zählt zunächst -20 Punkte. Das gilt auch für jede ausgespielte Wettkarte. Die Zahlenkarten zählen ihren jeweiligen Zahlenwert, der aber durch ausgespielte Wettkarten vervielfacht wird. Eine Wettkarte der passenden Farbe verdoppelt die folgenden Werte, zwei Wettkarten verdreifachen sie und alle drei Wettkarten vervierfachen die Werte sogar.

Wer am Ende die meisten Punkte einsammeln konnte gewinnt den Expeditionswettlauf zu den Los Cities!

 

Lost Cities - Immer ein Auge auf den Gegenüber

Manch einer mag nach der Regellektüre vielleicht denken, dass es langweilig sei ... dieses Lost Cities. Was ist schon dabei eine Karte aufzunehmen und dann eine auszuspielen. Verdammt viel!!!

So ein einfaches Spiel mit so viel Taktik bekommt man selten in so kleiner Verpackung. Klar ist auch ein wenig Glück dabei wann man welche Karten zieht, aber was man daraus macht ... darauf kommt es wirklich an. Bei Lost Cities ist der Kopf ständig damit beschäftigt Eventualitäten und Zahlen auszurechnen, zumindest in den ersten Partien.

Wettkarten sollte man eigentlich nur mit Bedacht einsetzen, werden aber gerade auch in den ersten Partien nur zu gerne ausgespielt. Doch diese Wetten können ganz schön nach hinten losgehen und wer dann in der Endabrechnung eine Miese nach der anderen zusammenrechnet, der hat für die Zukunft eine wichtige Lektion gelernt.

Besonders schön finde ich die Momente, wenn der Gegenüber eine Wette abschließt und ich die passenden hohen Karten bereits auf der Hand halte. Das gemeine Grinsen muss ich mir dann schon mal verkneifen und Könner schieben dem Kontrahenten dann noch passenderweise zwei weitere Wettkarten unter ;-).

Allgemein kann man behaupten, dass Lost Cities eine gewisse Begabung zur Zockermine voraussetzt und die Ablage von Karten in die Mitte durchaus eine Kunst ist, will man dem Gegenüber keine Geschenke machen. Jedoch lassen sich so im zweiten Teil des Spiels auch unnötige Karten leicht entsorgen, wenn nämlich die Reihen schon entsprechend fortgeschritten sind und man Platz für höhere Karten auf der Hand benötigt.

Timing ist bei Lost Cities ein nicht zu unterschätzendes Element. Jeder Spieler darf jederzeit überprüfen wie viele Karten sich noch im Nachziehstapel befinden, denn wenn es dumm läuft ist das Spiel vorbei und man hat noch hohe Karten auf der Hand, die man gerne noch gespielt hätte.

Ein permanentes Belauern des Gegenüber bleibt da nicht aus und davon lebt Lost Cities schlussendlich und dass macht auch den Reiz nach unzähligen Partien aus.

Ein kleiner Trick hilft übrigens den Überblick über die Miese und Guthaben zu behalten: Man muss in einer Farbreihe Karten im Wert von 21 Punkten ausspieln um ins Plus zu kommen! Jeder Multiplikator in Form der Wettkarten erhöht dann den Wert. Ganz simpel und doch irgendwie nicht jedem gleich ersichtlich.

Wer Lost Ciites ein paar Mal gespielt hat, der sammelt auch nicht mehr alle Farben, sondern versucht sich in 3 Farben zu profilieren und diese dann am besten noch mit fetten Wett-Boni aufzupimpen.

Die Ausstattung von Lost Cities gefällt mir ausgesprochen gut. Ich LIEBE diese großformatigen Karten. Und auch wenn sie inzwischen schon recht abgewetzt sind, was sich auf Grund des schwarzen Kartenrandes besonders schnell zeigt, finde ich die Kartengröße und Optik einfach toll.

Die Regel ist übersichtlich und hält am Ende ein Wertungsbeispiel sowie einen kleinen strategischen Tipp bereit. 

Auch der KOSMOS Verlag hat inzwischen erkannt, dass Lost Cities schon seit vielen Jahren eine stetig wachsende Fanbase hat und das Spiel um eine kleine Marken-Familie erweitert.