Gute Nacht Monster - Wer versteckt sich unterm Bett?
Meine Tochter hat eine blühende Phantasie und steht damit ihrer Mutter in nichts nach. Auch ich schaue heute noch gerne mal unter meinem eigenen Bett nach, ob da nicht doch ein Einbrecher oder ähnliches drunter liegt. Als ich noch klein war hatten meine Eltern die glorreiche Idee mir ein Buch vom Kleinen Vampir zu schenken ... die schlaflosen Nächte danach hatten sie dabei bestimmt nicht einkalkuliert. Schön also, dass es passend zum Thema Monster unterm Bett immer mal wieder Brett- und Kartenspiele gibt. Das Jüngste aus der Reihe stammt vom Pegasus-Verlag und heißt Gute Nacht Monster. Ein simples aber gerade für Vorschulkinder anspruchsvolles und ansprechendes Würfel-Gedächtnis-Spiel, das abgesehen von kleinen produktionstechnischen Mängeln alles richtigmacht.

Gute Nacht Monster - Teddys und Monster zählen und merken ... aber schnell

Gute Nacht Monster ist schnell ausgepackt und aufgebaut. Jeder Spieler erhält einen kleinen Holzstein und die dazu passenden Tippkarten (mit den Zahlen 0 - 5) in einer Farbe. Der kleine Kartenstapel mit den Aufgabenkarten wird gemischt und verdeckt bereitgelegt. Die Holzsteinchen kommen auf ein Spielbrett, das den Weg vom Bett zum Lichtschalter zeigt. Der Weg geht von Feld 1 bis 8 und zunächst werden alle Spielsteine auf die 1 gelegt. Die 6 schwarzen Holzwürfel kommen in die Mitte. Jeder Würfel zeigt die gleichen sechs Seiten: 3 Teddys und 3 Monster, jeweils in den drei Farben gelb, blau und rot. Daneben kommt noch der Schachteldeckel, der auch mitspielen darf. Guten Nacht Monster Spielmaterial Ein Spieler beginnt und würfelt mit allen Würfeln gleichzeitig. Nun zählt es: schnell alle Würfelergebnisse einprägen, sowohl Formen (Teddys/Monster) als auch Farben. Sobald nämlich ein Spieler meint, er hätte sich alles gemerkt, darf er den Spieldeckel über die Würfel stülpen und die oberste Aufgabenkarte umdrehen. Die Aufgabenkarten zeigen entweder Monster und/oder Teddys in entweder einer Farbe oder allen Farben. Z.B. blaue Monster oder alle Teddys. Jeder Spieler darf nun verdeckt eine seiner Tippkarten vor sich legen. Diese werden gleichzeitig umgedreht und das Ergebnis mit den Würfeln unterm Spieldeckel verglichen. Jeder Spieler mit richtigem Tipp rückt mit seinem Spielstein ein Feld Richtung Lichtschalter weiter, alle anderen bleiben stehen. Hat jedoch der Spieler falsch getippt, der die Würfel zugedeckt hat, so muss dieser zur Strafe noch einen Schritt zurückgehen. Danach wird wieder gewürfelt, gemerkt, verdeckt und getippt. Sobald ein oder mehrere Spieler das Ende der Strecke erreicht haben endet das Spiel und sind die Gewinner.

Gute Nacht Monster - Schönes Würfel-Gedächtnisspiel trotz kleiner Mängel

Auf einen Blick mehrere sich überschneidende Mengen zu erfassen, das ist die eigentlich Idee hinter Gute Nacht Monster. Und da macht das Spiel einen richtig guten Job und sticht damit auch aus der breiten Masse an Kinderspielen heraus. Die Altersangabe ab 5 ist daher sehr gut gewählt. Meine Tochter, die wie bereits mehrfach erwähnt kein großer Memory-Fan ist hat jedenfalls sehr schnell gefallen an diesem kleinen Merk-Spiel gefunden. Und auch mir macht es wirklich sehr viel Spaß, denn auch hier ist der Memory-Teufel wieder mit im Spiel. Nach ein paar Runden läuft das mit dem Kurzzeitgedächtnis schon nicht mehr so rund, und es fällte einem gar nicht mehr so leicht, das Ergebnis der aktuellen Runde von denen der letzten Runden getrennt zu speichern. Und so haben Kinder gegen Erwachsene durchaus eine realistische Gewinn-Chance. Aus Spielmechanischer und -thematischer Sicht gibt es also an Gute Nacht Monster nichts zu meckern. Lediglich die Tippkarten könnten etwas dicker sein. Bereits nach unserem ersten Spiel hatte eine Karte einen kleinen Knick und die dunklen Ränder waren leicht abgerieben. Eigentlich sind solche dunklen Umrandungen für Spielkarten ein No-Go, das sollte inzwischen auch der letzte Spieleverlag mitbekommen haben. Ich überlege ernsthaft, ob ich in diesem Fall wirklich mal zum Laminiergerät greife und alle Karten einmal einschweiße, damit wir noch lange Freude an Gute Nacht Monster haben. Auch das die Würfel schwarz sind ist zunächst gewöhnungsbedürftig, thematisch aber durchaus passend gewählt. Die Farben und Motive sind dadurch auf den Würfeln auch wirklich sehr gut zu erkennen. Das Monster sieht auf den Würfeln auch gar nicht erschreckend aus, sondern eher wie ein lustiges Faultier (das mittlere Auge sieht für mich halt wie eine riesige runde Nase aus), aber das ist ja ganz gut so. Denn es geht ja bei dem Spiel nicht darum, den Kindern Angst zu machen. Auch, dass die Würfel nach ein paar Augenblicken unter der Spielschachtel (=Bett) verschwinden ist thematisch klasse gelöst. Ebenso der Spielplan, der den Weg vom Bett zum Lichtschalter weist, passt thematisch super ins Bild. Nur leider wurde auch hier die Preisschraube angezogen und die Kinder bekommen nur farbige Holzklötze zum Weiterziehen in die Hand und keine kleinen Holzfiguren. Wer daheim noch ein anderes Spiel mit kleinen Männchen in den passenden Farben rumliegen hat, sollte diese ruhig austauschen ;-). Alles in Allem kann ich Gute Nacht Monster jedem nur empfehlen. Ein kleines, feines Spiel für Zwischendurch, das bei uns diesen Winter sicherlich öfter mal hervorgeholt wird. Auch wenn ich bezweifle, dass dadurch die Angst vor den nächtlichen Monstern verschwindet ... aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Spieleinfo Alter: 5+ Spieleranzahl: min. 2 Spieldauer: 15+ min Verlag: Pegasus Erscheinungsjahr: 2017